Zahnprothese Schweiz Kosten - Ratgeber

Zahnprothesen: Kosten in der Schweiz und Informationen zur Behandlung

Wenn mehrere oder alle Zähne verloren gegangen sind, stellt sich früher oder später die Frage nach einer geeigneten Versorgung. Zahnprothesen sind eine bewährte Form des Zahnersatzes. Sie ermöglichen es, sowohl die Kaufunktion als auch die Ästhetik des Gebisses wiederherzustellen. Gleichzeitig sind die Kosten für Zahnprothesen – insbesondere in der Schweiz – für viele Betroffene ein entscheidender Faktor. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wozu Zahnprothesen dienen, welche Arten es gibt, wie die Behandlung abläuft und welche Kosten auf Sie zukommen.

Was kostet eine Zahnprothese in der Schweiz?

Wenn Sie sich mit dem Thema Zahnprothese beschäftigen, spielt der Kostenfaktor eine zentrale Rolle. In der Schweiz zählen Zahnprothesen zu den kostenintensivsten zahnmedizinischen Leistungen im europäischen Vergleich. Die Höhe der Kosten hängt unter anderem von der Art der Prothese, dem technischen Aufwand, dem verwendeten Material sowie von der Befestigungsform ab.

Um Ihnen eine realistische Orientierung zu geben, zeigt die folgende Übersicht typische Kostenrahmen für verschiedene Zahnprothesenarten in der Schweiz und stellt diese ausgewählten europäischen Ländern gegenüber. Die angegebenen Beträge dienen als Richtwerte und können je nach individueller Ausgangssituation variieren.

Zahnbehandlung Behandlungspreis Schweiz Behandlungspreis Ungarn
Klassische Vollprothese (herausnehmbar)
3.000 – 6.000 CHF pro Kiefer
650 – 1.300 CHF
Implantatgetragene Vollprothese (2–4 Implantate)
12.000 – 25.000 CHF pro Kiefer
3.800 – 7.700 CHF
Modellguss-/Klammerprothese
2.000 – 4.500 CHF
550 – 1.100 CHF
Geschiebeprothese
4.000 – 7.000 CHF
1.300 – 2.800 CHF
Teleskopprothese
6.000 – 12.000 CHF
2.200 – 4.900 CHF

Wie Sie der Tabelle entnehmen können, sind die Kosten für Zahnprothesen in der Schweiz deutlich höher als beispielsweise in Ungarn. Besonders bei implantatgetragenen Versorgungen zeigen sich erhebliche Preisunterschiede. Diese resultieren weniger aus der medizinischen Qualität als vielmehr aus dem hohen Lohn- und Kostenniveau, den Laborpreisen sowie dem allgemeinen Preisgefüge im Schweizer Gesundheitswesen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Kostenübernahme: Die obligatorische Krankenversicherung in der Schweiz beteiligt sich nur in sehr seltenen medizinischen Ausnahmefällen an den Kosten für Zahnprothesen. Selbst bei bestehenden Zusatzversicherungen bleibt häufig ein erheblicher Eigenanteil bestehen. Aus diesem Grund ist es für viele Patientinnen und Patienten sinnvoll, sich frühzeitig und umfassend über die zu erwartenden Kosten sowie mögliche Alternativen zu informieren.

Wozu dient eine Zahnprothese?

Eine Zahnprothese hat die Aufgabe, fehlende Zähne ganz oder teilweise zu ersetzen und damit zentrale Funktionen Ihres Gebisses wiederherzustellen. Ziel ist es, Ihnen ein möglichst natürliches Kaugefühl, eine verständliche Aussprache sowie ein ästhetisch ansprechendes Lächeln zurückzugeben. Fehlen mehrere Zähne oder ganze Zahnreihen, kann dies nicht nur das äussere Erscheinungsbild verändern, sondern auch das gesamte Kausystem aus dem Gleichgewicht bringen.

Ohne Zahnersatz kann es unter anderem zu folgenden Problemen kommen:

  • eingeschränkter Kaufunktion und einseitiger Belastung,

  • Veränderungen der Aussprache,

  • Zahnwanderungen und Fehlstellungen,

  • Abbau des Kieferknochens,

  • Veränderungen der Gesichtsform durch fehlende Abstützung von Lippen und Wangen.

Durch den Einsatz einer Zahnprothese können Sie diesen Entwicklungen gezielt entgegenwirken. Eine gut angepasste Prothese trägt wesentlich dazu bei, Ihre Mundgesundheit zu stabilisieren und Ihre Lebensqualität im Alltag zu erhalten.

Wann entscheidet sich der Zahnarzt für eine Zahnprothese?

Eine Zahnprothese kommt dann in Betracht, wenn mehrere Zähne fehlen oder ein Kiefer vollständig zahnlos ist. Sie stellt eine medizinisch anerkannte Lösung dar, wenn andere Formen des Zahnersatzes nicht möglich, nicht sinnvoll oder nicht gewünscht sind. Dazu zählen beispielsweise Situationen, in denen zu wenige stabile Pfeilerzähne für eine Zahnbrücke vorhanden sind oder Implantate aus medizinischen oder finanziellen Gründen nicht infrage kommen.

Die Entscheidung für eine Zahnprothese wird immer individuell getroffen und basiert auf mehreren Faktoren, darunter:

  • der Anzahl und dem Zustand der verbliebenen Zähne,

  • der Gesundheit von Zahnfleisch und Kieferknochen,

  • Ihrer allgemeinen Gesundheit,

  • Ihren funktionellen und ästhetischen Erwartungen.

Ihr Zahnarzt berücksichtigt dabei sowohl medizinische Aspekte als auch Ihre persönlichen Bedürfnisse, um eine langfristig geeignete Versorgung zu planen.

Welche Funktionen erfüllt eine Zahnprothese?

Eine Zahnprothese übernimmt deutlich mehr Aufgaben als den reinen Ersatz fehlender Zähne. Sie trägt zur Stabilisierung des gesamten Kausystems bei und hilft, Fehlbelastungen zu vermeiden, die zu Schmerzen oder Funktionsstörungen führen können.

Zu den wichtigsten Funktionen zählen:

  • Wiederherstellung einer gleichmässigen Kaufunktion,

  • Unterstützung einer klaren und verständlichen Aussprache,

  • Stabilisierung der Kieferrelation,

  • Schutz der verbleibenden Zähne vor Überlastung,

  • Erhalt der natürlichen Gesichtsform.

Da Lippen und Wangen wieder abgestützt werden, wirkt das Gesicht häufig voller und harmonischer. Viele Betroffene empfinden ihr äußeres Erscheinungsbild dadurch als deutlich verbessert.

Welche Voraussetzungen müssen für eine Zahnprothese erfüllt sein?

Bevor eine Zahnprothese eingesetzt werden kann, müssen bestimmte medizinische Voraussetzungen erfüllt sein, um einen sicheren Halt und eine langfristige Funktion zu gewährleisten. Besonders wichtig ist ein gesunder Zustand der Mundschleimhaut und des Zahnfleisches.

Vor der prothetischen Versorgung sollten:

  • entzündliche Erkrankungen wie Parodontitis behandelt sein,

  • nicht erhaltungswürdige Zähne entfernt werden,

  • Druckstellen oder Schleimhautveränderungen abgeklärt sein.

Bei implantatgetragenen Zahnprothesen ist zusätzlich eine ausreichende Knochensubstanz erforderlich. Ist diese nicht vorhanden, kann unter Umständen ein Knochenaufbau notwendig werden. Ihr Zahnarzt prüft diese Voraussetzungen im Rahmen einer gründlichen Diagnostik und plant gegebenenfalls vorbereitende Massnahmen.

Welche Arten von Zahnprothesen gibt es?

Grundsätzlich unterscheidet man Zahnprothesen danach, wie viele Zähne ersetzt werden und wie sie im Mund befestigt sind. Diese Einteilung hilft, die passende Versorgungsform für Ihre individuelle Situation zu bestimmen.

Man unterscheidet:

  • Teilprothesen, die mehrere fehlende Zähne ersetzen und an vorhandenen Zähnen Halt finden,

  • Vollprothesen, die zum Einsatz kommen, wenn keine eigenen Zähne mehr vorhanden sind.

Beide Varianten können klassisch herausnehmbar oder auf Implantaten abgestützt sein. Welche Form für Sie geeignet ist, hängt von den anatomischen Gegebenheiten und Ihren persönlichen Anforderungen ab.

Vollprothesen im Vergleich - Klassische herausnehmbare Totalprothese

Die klassische Vollprothese liegt direkt auf der Mundschleimhaut des zahnlosen Kiefers auf. Der Halt entsteht hauptsächlich durch Saugkraft, unterstützt durch die individuelle Form des Kiefers und die umgebende Muskulatur. Diese Art der Versorgung kommt häufig zum Einsatz, wenn keine Implantate gesetzt werden sollen oder können.

Vorteile dieser Lösung sind:

  • kein chirurgischer Eingriff notwendig,

  • vergleichsweise einfache Herstellung,

  • geringerer Behandlungsaufwand.

Der Halt kann jedoch insbesondere im Unterkiefer eingeschränkt sein, da dort weniger Auflagefläche zur Verfügung steht.

Vollprothesen im Vergleich - Implantatgetragene Vollprothese

Bei implantatgetragenen Vollprothesen wird die Prothese auf mehreren Implantaten befestigt, die fest im Kieferknochen verankert sind. Dies sorgt für einen deutlich stabileren Halt und erhöht den Tragekomfort im Alltag.

Typische Vorteile sind:

  • verbesserte Stabilität beim Sprechen und Kauen,

  • geringeres Risiko von Druckstellen,

  • höheres Sicherheitsgefühl.

Diese Versorgungsform erfordert jedoch einen chirurgischen Eingriff sowie eine Einheilphase der Implantate, bevor die endgültige Prothese eingesetzt werden kann.

Teilprothesen im Vergleich - Modellguss- bzw. Klammerprothese

Bei implantatgetragenen Vollprothesen wird die Prothese auf mehreren Implantaten befestigt, die fest im Kieferknochen verankert sind. Dies sorgt für einen deutlich stabileren Halt und erhöht den Tragekomfort im Alltag.

Typische Vorteile sind:

  • verbesserte Stabilität beim Sprechen und Kauen,

  • geringeres Risiko von Druckstellen,

  • höheres Sicherheitsgefühl.

Diese Versorgungsform erfordert jedoch einen chirurgischen Eingriff sowie eine Einheilphase der Implantate, bevor die endgültige Prothese eingesetzt werden kann.

Teilprothesen im Vergleich - Modellguss- bzw. Klammerprothese

Modellgussprothesen werden mithilfe von Metallklammern an den verbliebenen Zähnen befestigt. Sie gelten als funktional und robust und werden häufig gewählt, wenn eine kostengünstige und stabile Lösung gesucht wird.

Nachteile können sein:

  • sichtbare Klammern im Frontzahnbereich,

  • ästhetische Einschränkungen,

  • mögliche Belastung der Pfeilerzähne.

Teilprothesen im Vergleich - Geschiebeprothese

Bei der Geschiebeprothese erfolgt die Befestigung über verdeckte Verbindungselemente, die in Zahnkronen oder Brücken integriert sind. Dadurch wirkt diese Prothesenart deutlich unauffälliger.

Sie bietet:

  • eine bessere Ästhetik,

  • sicheren Halt ohne sichtbare Klammern,

  • hohen Tragekomfort.

Der technische Aufwand ist jedoch höher als bei Klammerprothesen.

Teilprothesen im Vergleich - Teleskopprothese

Die Teleskopprothese basiert auf einem Doppelkronensystem, bei dem eine fest sitzende Innenkrone und eine abnehmbare Aussenkrone ineinandergreifen. Diese Konstruktion sorgt für einen sehr guten Halt und eine gleichmässige Kraftverteilung.

Vorteile dieser Lösung sind:

  • hohe Stabilität,

  • gute Erweiterbarkeit bei weiterem Zahnverlust,

  • langlebige Konstruktion.

Welche Zahnprothese ist für Sie am besten geeignet?

Welche Zahnprothese für Sie die beste Wahl darstellt, lässt sich nicht pauschal beantworten, da jede Ausgangssituation individuell ist. Entscheidend ist immer das Zusammenspiel aus medizinischen Voraussetzungen, funktionellen Anforderungen und persönlichen Erwartungen. Eine Lösung, die für eine Person optimal ist, kann für eine andere ungeeignet sein.

Bei der Auswahl der passenden Zahnprothese spielen insbesondere folgende Faktoren eine Rolle:

  • die Anzahl und Position Ihrer verbliebenen natürlichen Zähne,

  • der Zustand des Kieferknochens und des Zahnfleisches,

  • mögliche Vorerkrankungen oder anatomische Besonderheiten,

  • Ihr persönliches Budget und der gewünschte Kostenrahmen,

  • Ihre Ansprüche an Halt, Tragekomfort und Ästhetik.

Auch Ihr Alltag beeinflusst die Entscheidung. Wenn Sie beispielsweise besonderen Wert auf festen Halt beim Sprechen und Essen legen, kann eine implantatgestützte Lösung sinnvoll sein. Stehen hingegen eine möglichst schonende Behandlung oder geringere Kosten im Vordergrund, kommen klassische herausnehmbare Prothesen in Betracht. Eine ausführliche Beratung mit Befundaufnahme, Röntgendiagnostik und gegebenenfalls Modellanalysen ist daher unerlässlich, um eine langfristig stabile und funktionelle Versorgung zu planen.

Wie läuft die Behandlung bei Zahnprothesen ab?

Der Ablauf einer Zahnprothesen-Behandlung wird individuell auf Ihre Ausgangssituation abgestimmt und richtet sich nach der gewählten Prothesenart. Unabhängig davon erfolgt die Versorgung in mehreren sorgfältig geplanten Schritten, um eine gute Passform, eine stabile Funktion und einen hohen Tragekomfort zu gewährleisten.

Bei Teilprothesen stehen eine genaue Planung, Abformungen, die Festlegung der Bisslage sowie mehrere Anproben im Vordergrund. Dadurch wird sichergestellt, dass die Prothese stabil sitzt, funktionell korrekt ist und die verbleibenden Zähne geschont werden.

Implantatgetragene Zahnprothesen erfordern zusätzliche Schritte, da die Implantate zunächst chirurgisch im Kiefer eingesetzt werden müssen. Nach einer Einheilphase, die mehrere Wochen bis Monate dauern kann, wird die endgültige Prothese angefertigt und befestigt. In vielen Fällen ist während dieser Zeit eine provisorische Versorgung möglich.

Bei klassischen Vollprothesen sind mehrere Termine notwendig, um den zahnlosen Kiefer exakt zu erfassen, die richtige Bisshöhe festzulegen und die Prothese schrittweise anzupassen. Ziel ist eine Versorgung, die langfristig sicher hält, gut funktioniert und angenehm zu tragen ist. Regelmässige Kontrollen nach der Eingliederung helfen, Druckstellen oder Passungenauigkeiten frühzeitig zu korrigieren.

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